Rezensionen

Ganz schön frech Besprechung

Claudia Sackl schreibt für die STUBE: „Ganz schön frech“ ist der erste Gedichtband von Markus Köhle, in dem der österreichische Autor und Poetry-Slammer befreit mit Formen und Sprache experimentiert und gekonnt mit selbstreferentiellen Verweisen spielt. (…) Besonders köstlich sind Markus Köhles erfrischend alltägliche Gleichnisse: „Honig ist die Frucht von Bienen / Müsli ist Gatsch mit Rosinen / Tee ist Energie in Tassen / Schule ist Kinder in Klassen. Die Wiederholung einfacher Formen und Strukturen wie dieser oder innovative Sprachspiele wie Köhles „Rezept für ein Körperklangbild“ laden Erwachsene wie Kinder zum Nachahmen ein. (…) Langweilig wird’s hier sicher nie!

Jammern auf hohem Niveau

Brief aus Wien-Autor Markus Köhle kann’s. Das Schreiben; Sprach- und Wortakrobatik inklusive. In seinem neuen Buch lässt er den Leser auf 140 Seiten an seinen lustvollen Wort- und Satzspielen teilhaben. Sylvia Riedmann-Flatz im 20er

Jammern auf hohem Niveau

VOR_Magazin_02_2018
Das Jammer-Echo hält an. Nachdem im Jänner in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hymnisch über „Jammern auf hohem Niveau“ geschrieben wurde, wird mein Barhocker-Oratorium im aktuellen VOR Magazin empfohlen. Das freut mich natürlich. Demnächst gibt es hier auch einen Jammer-Lese-Video-Clip.

Jammern auf hohem Niveau

perlentaucher.de schreibt: „Ein Barhocker-Oratorium“ nennt sich Markus Köhles neustes Buch und das trifft es ganz gut, erklärt Rezensent Oliver Jungen. Eine Gruppe von Freunden, versammelt um den Dichter und Barkeeper Markus, jeder auf seinem Höckerchen, jeder von ihnen mit seinem eigenen Sorgenpäckchen, dessen Gewicht das Bier leichter zu ertragen hilft, trifft sich zum Jammern. Der Reihe nach werden die Päckchen ausgepackt, offengelegt ,darüber geheult und gejammert, und gewitzelt – immer melodisch, immer im Takt, immer unterhaltsam, „poetisch, ehrlich, weise“, lobt Jungen. Besonders gegen Ende wird es für ihn spannend, wenn die Stammtischgespräche immer stärker in einen gefährlichen und allzu vertrauten Populismus abdriften, den die Jammernden „auf hohem Niveau“ vielleicht selbst nicht von sich erwartet hätten, so der (bier-)selige Rezensent.

Jammern auf hohem Niveau

Werner Schandor schreibt auf www.kleinezeitung.at Jammern mit Sprachwitz. Markus Köhle gilt mit seinen 42 Jahren bereits als „Papa Slam“ der österreichischen Poetry-Slam-Szene. Gemeinsam mit Mieze Medusa ist der Tiroler das Urgestein in diesem vortragsbetonten Sprachkunstbiotop. Er jongliert mit Silben, Syntax und Synonymen und bringt damit ganze Säle zum Rocken. Er selbst bezeichnet sich als „Sprachinstallateur“ und lässt seinen Büchern, die seine Leserschaft seit 2004 beglücken, so schöne Titel angedeihen wie „Letternletscho“ und „Dorfdefektmutanten“. Druckfrisch im Herbst 2017 ist sein sogenanntes Barhocker-Oratorium „Jammern auf hohem Niveau“ erschienen. Markus Köhle bedient darin in verschiedenen Stimmen die vielen Register seiner großen Formulierorgel. Sammelplatz der Redeflüsse von Markus, Roland, Mischa, Vera, Silvia, Huck, Roman, Ich und Inge – allesamt Barhocker im übertragenen Sinn – ist das fiktive Wiener Lokal „Bierpipeline“. Dort bekommt jeder, der ein Gedicht auf einen Bierdeckel schreiben kann, die Getränke gratis. Dementsprechend gestalten sich die Wortmeldungen der Beiselbesucher als assoziationsreicher Sprachrausch.

Jammern auf hohem Niveau

coffeeandbooks.at schreibt: Köhle will aber mit seinem Text noch viel mehr darstellen, als bloße Charakterbeschreibungen: Alltagsbeobachtungen, Sozialkritik, sogar eine Reflexion über Literatur und Literaturschaffende – all diese Themen werden in Jammern auf hohem Niveau angeschnitten. Im Mikrokosmos der Bierkneipe Bierpipeline werden so alle Lagen des Lebens analysiert, ob persönlich oder politisch. (…) Köhle hat sich in Jammern auf hohem Niveau viel vorgenommen. Der Text birgt mit seiner unzusammenhängenden Erzählweise die Gefahr, für den Leser zu anstrengend zu werden, doch dies umgeht der Autor mit seinem ausgezeichneten Gefühl für Sprache. Somit wird der Roman zu einem weiteren Erfolg für den selbsternannten “Papa Slam”.

Slam, Oida!

Sebastian Fasthuber im FALTER 50/17: Jubel, Trubel, Heiterkeit. Wo Markus Köhle auftritt, herrscht binnen weniger Minuten gute Stimmung. Wäre sein Leben anders verlaufen, wäre der 42-Jährige vielleicht ein witziger Skilehrer geworden, wie er in der Realität kaum anzutreffen ist. Seit gut 15 Jahren ist der gebürtige Tiroler Dreh- und Angelpunkt der österreichischen Poetry-Slam-Community, und weiß genau, welche Register er ziehen muss, um die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Dass er bei seinen Auftritten neben Blödeleien und den für Slam typischen Wortspielen auch literaturhistorische Anspielungen und einen Hauch von experimenteller Lyrik in der Tradition der heimischen Avantgarde unterbringt, fällt auf den ersten Blick gar nicht auf.

Jammern auf hohem Niveau

Oliver Jungen schreibt in der FAZ vom 18. Januar 2018: Markus Köhles kalauerwuchtiges „Barhocker-Oratorium“ wird seinem Titel „Jammern auf hohem Niveau“ formidabel gerecht. (…) So poetisch, ehrlich, weise und sprachsturzbesoffen überrollt uns diese multiperspektivische Bierlaunendramödie, dass selbst trinkfeste Thomas-Kapielski-Wegbecherer anerkennend das Glas heben dürften. (…) Schlag auf Schlag setzt es drollige, schief-grässliche, zauberhafte Wortauffahrunfälle, in denen nicht selten der berühmte Krümel Wahrheit steckt, an dem man sich prompt verschluckt – und folglich gleich das nächste Krügerl kippt.

Jammern auf hohem Niveau

Lebendig und sprachgewaltig zeichnet er seine Protagonisten, die sich in den Untiefen der Bar Bierpipeline treffen. In einer Abfolge von Begegnungen und Monologen stimmen sich etwa ein Berlusconi-Double, eine Radiomacherin oder ein dichtender Kellner mit Liebeskummer zum „Barhocker-Oratorium“ ein. Hochprozentige Momente, die zum Schmunzeln anregen, aber auch nachdenklich stimmen. Astrid Windtner, Kulturbericht-OÖ

Jammern auf hohem Niveau

„Das Buch selber hält alles, was uns das Autorenfoto verspricht. Von dort lächelt uns Köhle entgegen, sieht ungemein sympathisch aus und ein bisschen zu clever für uns. Denn er kennt all die Wörter, die uns ständig nicht einfallen und wenn es sie nicht gibt, dann erfindet er sie einfach. (…) Man möchte sich fast ein bisschen darüber ärgern, dass man nicht selber auf diese Idee gekommen ist, aber der Blick des Fotos stimmt uns milde und es scheint zu sagen: ‚Das ist schon ok. Und jetzt lies weiter und trink dein Bier.'“ Janea Hansen in „& Radieschen. Zeitschrift für Literatur“