Allgemein

Schnoddertontaube

Die Schnoddertontaube spuckt zwar große Töne, ist aber ein sehr fragiles Geschöpf. Große Lippe aber auch leicht platzende Lippe, könnte man sagen. Die Schnoddertontaube ist mit der Labertasche verwandt, sie ist aber eher ein Labersackerl, das schon leicht aufgeblasen, wie die oben beschriebene Lippe, platzt. Die Schnoddertontaube kann männlich, weiblich und auch alles andere sein. Die Schnoddertontaube findet immer einen Weg aufzufallen. Im Hochkulturbereich genügt es, halbwegs heutig zu sprechen. Ein paar Anglizismen, ein paar Satzverkürzungen, ein paar Semi-Frechheiten – das ist dann schon schnoddrig genug. Im familiären Bereich ist schnoddrig einfach pampig, also trotzig pubertär. Ich bin ja geneigt aus dem pampig ein pampfig zu machen. Da das „pf“ mir diese Art noch etwas unterstreicht. In der Wissenschaft geht Schnoddrig auch sehr leicht. Große Teile der Germanistik sind geneigt, den Großteil der Literatur nach 1945 als schnoddrig abzutun. „Loslabern“ von Rainald Goetz ist Schnoddertontaubenschießolympiasieger!

Die Relativität des Wohlseins

Der Oktober war mehr Sommer als Herbst und weil der Herbst, wenn er dann kommt, sicher mehr Winter als Herbst sein wird, habe ich mir gedacht: Fahr doch viel rum.
Das habe ich gemacht, nicht weil ich mich Zuhause nicht wohlfühlen würde, ich bin gerne Ottakringer und entdecke dort auch die schönsten Dinge (wie der letzte Eintrag beweist). Aber ich bin halt schon gerne unterwegs und freue mich, feststellen zu können, was anderswo unter Wohlfühlen verstanden wird.
In Klagenfurt geht Wohlfühlwohnen so: Pfeil abwärts, Tiefgarage! Alle Wortspiele erspare ich mir an dieser Stelle. Aber Respekt für diejenigen, die sich dachten. Ach, das wäre doch ein toller Platz für ein Schild mit der Adress unserer Web-Site. Da ist alles drauf, wofür wir stehen: Beton, Asphalt, Garage, Keller, Heiterkeit und Lebensqualität.

Otto Grünmandl Literaturpreis 2018


Ach, es ist eine Freude! Georg Willi neuer, grüner Bürgermeister der Stadt Innsbruck und ich Otto Grünmandl Literaturpreisträger des Landes Tirol 2018. Das hat ursächlich nichts miteinander zu tun, aber Grün steckt da wie dort drinnen. Jedenfalls bin ich überrascht, überrumpelt, erfreut über diese Ehre und alle, die beim Festakt am 20. Juni 2018 um 18 Uhr im Großen Saal im Landhaus mit dabei sein wollen, mögen sich bitte bei mir melden.

Es gibt Fransen-Musik (von Klex Wolf und Hannes Sprenger), es gibt eine Laudatio, Landesrätin Palfrader überreicht etwas (Urkunde, Schriftrolle, Scheck?), der Landeshauptmann gibt sich die Ehre und ich darf mich auch zu Wort melden.
Hab gerade Otto Grünmandls erste Buchpublikation aus dem Jahre 1956 ausgegraben. Eine Novelle mit dem Titel „Ein Gefangener“, die Gedichte seiner letzten öffentlichen Lesung 1999 liegen auch vor mir: „Hinter den Jahren“. Freue mich schon, mich ins Grünmandlsche Werk zu vertiefen und was draus zu machen. Doppeljuhui und 1000 Dank.

Innsbrucker Prosa Festival 2018


Das 16. Innsbrucker Prosa Festival findet von Donnerstag, den 19. April bis Samstag, den 21. April statt. Die Lesungen beginnen jeweils um 20 Uhr und der Eintritt ist frei. Es wird in der Stadtbibliothek, in der Wagner’schen Buchhandlung und im BRUX, dem Freien Theater gelesen werden (dort wird zum Abschluss dann auch noch getanzt). Das Ganze ist eine Veranstaltung von 8ung Kultur und mehr Informationen gibt es auf: https://prosafestival.wordpress.com/
Lasst euch das nicht entgehen! Wir freuen uns auf euch.

 

Jammern auf hohem Niveau

Brief aus Wien-Autor Markus Köhle kann’s. Das Schreiben; Sprach- und Wortakrobatik inklusive. In seinem neuen Buch lässt er den Leser auf 140 Seiten an seinen lustvollen Wort- und Satzspielen teilhaben. Sylvia Riedmann-Flatz im 20er

Jammern auf hohem Niveau

VOR_Magazin_02_2018
Das Jammer-Echo hält an. Nachdem im Jänner in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hymnisch über „Jammern auf hohem Niveau“ geschrieben wurde, wird mein Barhocker-Oratorium im aktuellen VOR Magazin empfohlen. Das freut mich natürlich. Demnächst gibt es hier auch einen Jammer-Lese-Video-Clip.

Blutbande

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Blut hält ihn zusammen den Schalen-Turm von Isa. Blut und Fleisch. Fruchtfleisch. Isa heißt natürlich Isabell. Ja, mit doppel „l“. Ja, ich weiß, dass das klingt, als ob du deinem Hund namens Isa befehltest, zu bellen. Da bleibt nichts vom göttlich Schönen. Da waren die Eltern etwas zu l-fixiert, kann passieren. Aber Blut und Fleisch hält auch Isabell und ihre Eltern zusammen. Familie halt.

Rohrköhlauer #38, am 31. Dezember 2017

Brennwert

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Die Schnieflage war offensichtlich. Noch beherrschte Mister Rotpunkt den Markt, aber H., B.H. und bisher noch namenlos agierende, aber massiv auftretende, Quertreiber drängten sich in seinen Versorgungsbereich. Was die anboten, wusste Mister Rotpunkt nicht, sicher irgendetwas chemisch Versautes. Koks war ja nur mehr in Dorfdiscos die „Tanztenne“, „Strobostadl“ oder „Kuh York“ hießen in. Zeit für Veränderung, sagte sich Mister Rotpunkt und sattelte um auf Pellets.

Rohrköhlauer #37, am 27. Dezember 2017

Klugfracht

RKA_36_Flugfracht
Plan B wäre gewesen, eine Religion zu gründen. Aber für einen Guru bist du zu scheu. Du operierst lieber verdeckt. Du steckst Lebensratschläge lieber in Schachteln als in Worthülsen. Paket- statt Predigerdienst. Dass der Glücksversand nicht strandete, sondern vielmehr eine Trendwelle auslöste, hat natürlich mit deinem Zeitgeistgeschick zu tun. Und Titel kannst du ohnehin!

Rohrköhlauer #36, am 22. Dezember 2017

Lese-LUX

LUX_PorträtIch habe ein persönliches Lebensziel erreicht. Seit September 2017 schreibe ich monatlich eine Geschichte für „Das Magazin für helle Köpfe. LUX“. Ihr erinnert euch sicher alle an die „Spatzenpost“ und das „Kleine Volk“, Zeitschriften, die unsere VS-Zeit prägten.
Mittlerweile gibt es für die 1. Klasse die Mini-Spatzenpost, für die 2. Klasse die Spatzenpost und für die 3. und 4. Klasse das LUX. Und Monat für Monat trifft ein Gefühl in meiner Geschichte auf ein anderes und die zwei stellen sich gegenseitig vor (in der Jänner-2018-Ausgabe mit dem Titel „Wünsch dir was!“ geht es beispielsweise um Freundschaft und Sehnsucht) .
Das macht Spaß, bringt mir viele Reaktionen ein, ist bunt illustriert und geht auf jeden Fall weiter bis mindestens 2019. Und ein Lehrer*innen-Magazin gibt es auch, da durfte ich mich neulich vorstellen, weil es die Illustration meiner Jänner-Geschichte aufs Titelblatt geschafft hat: https://www.lehrerservice.at/magazin/magazin-prim.php?magid=prim179&src=1