So abgedreht sich dieser Hans Sagmeister auch in seine Zaunfantasien versteigt, über Poller und Vollpfosten in Lobeshymnen ausbricht und seine Zukunftsvisionen als Zaunkanzler der Nation ausbuchstabiert, so fabelhaft gelingt Markus Köhle in seinem Roman ein in vielen Aspekten gruselig aktueller Gesellschaftsblick. Es ist die (überzeichnete?) Rhetorik einiger politischer Zeitgenoss*innen, die hier geradezu beklemmend eindrücklich in Hans Sagmeister zusammensiedet, es ist der Zeitgeist der Grenzabsicherung, Abgrenzung und Aufrüstung gegen „die Anderen“, die „Land der Zäune“ zu einem wichtigen Gegenwartsprotokoll machen. So ist der Roman ein Warnschuss, der uns Leser*innen mit einer Frage im Kopf den Blick in unsere Umgebung schweifen lässt: wer würde hier wohl Hans Sagmeisters Zaunpartei wählen?
Iris Gassenbauer, www.literarischekurse.at/lesetipps