Wort der Woche

Dreizughubklappbrücke

Die Dreizughubklappbrücke ist in Kiel zu begehen. Kiel macht Eindruck und U-Boote. Kiel schwappt leicht über. Kiel heißt leik von hinten. Kiel lässt sich auch gut anagrammieren. Kiel slammt in der Pumpe. Kiel ist Hafen großer Pötte. Kiel hat eine “Schaßstraße“. Kiel pfeift.

Rote Beete Burger

Innsbrucks neue Burgerhochburg heißt Ludwig. Im Ludwig ziert die aktuelle Karte der vegane Rote Beete Burger. Gegen vegane Burger möchte ich mich nicht äußern. Ich spreche mich vielmehr für diesen Sprachgebrauch aus. Denn obwohl den Kartenmachern die Rohne sicher näher läge, ist es der Rote Beete Burger geworden und der ist – zumindest lautlich – eine Wucht. Ich würde ja auch einen Bürgerburger befürworten. Beim Lokalnamen wäre ich auch wagemutiger gewesen: Burgerverlies, Burgier! Burgern, Habsburger o. Ä. wäre der Kundschaft sicher zumutbar. Und die ZuMutBar spräche wohl auch eine interessante Klientel an.

Wundschwund

Das heutige Innerechowort hat eindeutig mit dem gestrigen Kino-Besuch zu tun: The Revenant. Jössas hat der Bär den DiCaprio hergerissen. Wohl die beste Bärenkampfszene ever. Und da die Prankenhiebe ja durchaus eindrucksvoll gezeigt wurden und ordentlich Spuren hinterließen, war man dann doch froh, dass der Wundschwund recht zügig voran ging. Ein guter Indianer, der sich zwischenzeitlich seiner annahm, hatte Angst, er könnte verfaulen. Da waren die heißen Steine wohl gut und ansonsten – außer im ausgehöhlten Pferdebauch – spielte sich ja ohnehin alles in Eiswasser bzw. Temperaturen unter Null ab. Tom Hardy wurde schließlich ordentlich hergerichtet – Armalarm aber kein Eiterstreit – und DiCaprio ließ sich seine Bärenklauen nicht klauen. Vermutlich war Klauenklauen im 19. Jahrhundert gängig. Außerdem erklärte der Film unter anderem die Redeweise: Die Felle davon schwimmen sehen.

Barbierbar

Weil hier neulich ja der Barbarbar stand. So sei auch der Barbierbar ein Platz eingeräumt. In der Barbierbar wird man rundumbetreut, man wird rasiert und abgefüllt. Das ist schön. Es gibt garantiert keine Rasurbrandblasen aber womöglich Rachenbrand am Tag danach. Es ist allerdings nicht ganz klar, ob die Barmänner auch die Rasiermänner sind. Nur gut schütteln und zapfen, reicht nicht fürs glattrasieren. Ein Rasiermesser ist auch gefährlicher als ein Bierstandsmesser. Vielleicht wird einem in der Barbierbar einfach statt After-Shave ein Bier ins Gesicht geklatscht. Das wäre zumindest eine originelle Geschäftsidee. Hell oder dunkel? Pils oder Hefe? Darf’s heut vielleicht ein Mischbier sein? In der Barbierbar ist mit allem zu rechnen.

Mofamuff

Es ist Winter. Er ist wieder da. Der Mofamuff. Diese über den Lenker gestülpten Warmhaltewülste. Die jedes Mofa zum Schlappordackel machen, aber die Hände der Lenkenden schön warm halten, denn gefrorene Hände schalten, kuppeln, bremsen nicht gern. Gas geben geht immer aber auch besser mit Mofamuff. Muff kommt ja von Muffula, was soviel wie Pelzhandschuh heißt. Mofamuffula ist auch schön klingt aber irgendwie fauler, nicht so flott wie Mofamuff. Aber wo gibt’s Mofamuffe (?) Muffs (?) zu kaufen? Vielleicht demnächst beim Hofer? Mofamuff – hm, kann ich sicher mal gebrauchen. Geht ja wohl auch bei Fahrrädern. 50 Euro? Schnäppchen und rein in den Einkaufswagen bzw. an der Einkaufswagenstange gleich getestet. Mmmhhh, schön kuschelwuschelwarm. Gekauft.

Landjägermeister

Der Landjägermeister ist eine Mahlzeit inklusive Verdauungsschnaps. Zuerst ein Paar dieser Schulausflugsjausenklassiker verdrückt, dann flugs einen dieser Partyschnäpse hinterher geschickt. Interessant wäre, zu erfahren, was gesünder ist: ein Jägermeister oder ein Landjäger? Wann kippt dasVerhältnis? Sind 10 Paar Minikantwürste gesünder als 10 Magenbitter? Schwer zu sagen. Da muss wohl einer der Landeslandjägermeistermeister befragt werden. Die nächsten Tiroler Landeslandjägermeistermeisterschaften finden demnächst statt. Mehr infos auf voiwurstdurst.org

Punschpanschpascha

Endlich wieder Glühweinsaison! In meiner jüngsten Kolumne für den 20er habe ich die Unterschiede zwischen Punsch- und Glühweinstand sowie Punsch- und Glühweinhütte beleuchtet. Das wurde natürlich eine flüssige Sache und geholfen hat mir dabei die Autobiografie von Horst Wuchtel, dem Glühweinkaiser Österreichs, der ich in meiner Phantasie den Titel “Der Punschpanschpascha Wiens” verpasst habe. Geschrieben freilich müsste sie noch werden. Was angesichts des unübertreffbaren Titels nicht ganz einfach werden dürfte.

Couscouskuss

Der Couscouskuss muss an dieser Stelle genauso einmal stehen wie der Bonbonbon. Bonbonbon ist mir ja tatsächlich etwas zu einfach, billig, süß, sei aber der Wortschürfvollständigkeit wegen halt auch erwähnt. Der Couscouskuss hingegen ist mir wichitiger. Also ich weiß jetzt zwar nicht mehr, was beim Kuss der Spinnenfrau genau passierte, aber während meiner Tunis-Zeit hat mich Couscous derart intensiv und ausdauernd geküsst, dass ich nach diesem mehrmonatigen Couscouskuss für lange zeit genug hatte von Hartweizengrieß. Mittlerweile lass ich mich kulinarisch gerne wieder couscousküssen.

Geräuschteppichklopfer

Dass diverse Radiosender die reinste Ohrenpest sind, ist nichts Neues. Nur, fast noch schlimmer sind diese perfiden Sounddesigns, die in von vorne bis hinten, von den KellnerInnen-Turnschuhen bis zu den Speisekarten-Teesorten durchdesignten Trendlokalen zur Anwendung kommen. Musik im eingentlichen Sinn ist das ja nicht. Man hört das sonst in schlechten Wellnessoasen, nein, nicht in Fahrstühlen – Fahrstuhlmusik passt dort hin, ist easy listening, hebt sanft ab. Aber diese Geräuschteppiche, die einfach Atmosphäre und keine Musik sein wollen, die machen mich wahnsinnig. Die machen mich zum Geräuschteppichklopfer. Das geht ganz gut. Denn mitunter wird das Besteck in einem Biertonkrug kredenzt. Und – rumms-rumms – so ein Biertonkrug gefüllt mit Besteck rummst ordentlich, wenn er auf den Tisch gewummst wird. BÄMM!

Barbarbar

“Barbarbar” hat ja rein vom Aussehen des Wortes her überhaupt nichts mit dem Inhalt desselben zu tun. So weich wie der Barbarbar mit seinen drei “B”s und “A”s daher kommt, ist nicht schnell einmal ein Wort. Auch wird es kaum dreisilbige Wörter geben, die aus drei gleichen Silben bestehen aber ein Kompositum sind, das durchaus seine Berechtigung in der Alltagskommunikation hat. Denn wie oft begegnet man an der Theke rüpelhaften Personen? Oft. Der Barbarbar gehört nicht selten zum Mobiliar eines jeden Lokals.